Kontakt
Bauhandwerk Achtung! Diese Website dient in allen Bereichen nur zu Demonstrationszwecken.

Brandschutz

in Krankenhäusern, Pflegeheimen und sonstigen Gesundheitsbauten

Überall dort, wo sich viele Menschen aufhalten, ist dem Brandschutz eine besondere Bedeutung beizumessen. Das trifft im Besonderen auf Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime und andere Gesundheitszentren zu, da sich dort zahlreiche Personen aufhalten, die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind. Erschwerend wirkt sich zudem aus, dass sich häufig weder Patienten noch Besucher hinreichend im Gebäude auskennen. Darüber hinaus würde ein Brand wegen der hohen Anzahl an technischen medizinischen Geräten einen enormen Sachschaden anrichten.

Um das Risiko eines Brandes zu minimieren und im schlimmsten Fall Leben zu retten, sehen diverse Richtlinien und Vorschriften eine Kombination aus baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen vor. Diese gelten sowohl für Neubau- als auch für An-, Umbau- oder Modernisierungsmaßnahmen.

Vorbeugende bauliche Brandschutzmaßnahmen:

Sie stellen die Grundvoraussetzung aller Brandschutzmaßnahmen dar und werden in den jeweiligen Landesbauordnungen geregelt.

  • Einteilung des Gebäudes in Brandabschnitte
  • Verwendung von Materialien mit vorgeschriebenen Feuerwiderstandsklassen
  • Einhaltung Vorschriften für die Ausbildung von Rettungswege
    (z.B. darf der Weg ins Freie oder bis zu einem notwendigen Treppenhaus an keiner Stelle mehr als 30 m betragen; Flure, die an einem Ende mit einem anderen Flur oder Treppenhaus verbunden sind, dürfen eine max. Länge von 10 m nicht überschreiten; notwendige Flure mit mehr als 30 m Länge müssen mit Rauchschutztüren unterteilt werden; Feststellanlagen von Türen müssen bauaufsichtlich zugelassen sein; es müssen mind. 2 separate Rettungswege eingeplant werden; die raumbegrenzenden Bauteile von Rettungswegen müssen aus nichtbrennbaren Materialien hergestellt sein; die Beleuchtung von Rettungswegen muss auch im Notfall gewährleistet werden können, z.B. durch Notstromversorgung)
  • Deutlich sichtbare Kennzeichnung von Ausgängen und Rettungswegen
  • Durchbrüche in Brandwänden, z.B. für Kabelkanäle oder Klimaanlagen müssen mit bauaufsichtlich zugelassenen Abschottungen geschlossen werden
  • Operationssäle, Röntgenbereiche, Laborräume, Räume mit medizinischen Großgeräten oder anderen elektronischen Anlagen; Küche und Wäscherei sind feuerbeständig auszubilden
  • Elektrische Anlagen erfordern spezielle Brandschutzmaßnahmen
  • Lüftungsanlagen unterliegen ebenfalls speziellen Brandschutzanforderungen (z.B. feuerbeständig Ausführung, um Brandübertragung in andere Brandabschnitte zu vermeiden; Vorsehen von Brandschutzklappen oder Abschaltung der Anlage durch Brandmeldeanlage)
  • Aufzugsanlagen sind mit Brandfallsteuerungen auszustatten

Technische Brandschutzmaßnahmen:

  • Anlagen zur Rauch- und Wärmeableitung (RWA) in Treppenhäusern vorsehen
  • Brandmeldeanlagen zur Lokalisierung und Meldung des Brandes
  • Alarmanlagen zur Warnung von Personal und Betroffenen
  • Feuerlöschanlagen (Feuerlöscher oder Wandhydranten) und ausreichende Löschwasserversorgung vorsehen
  • Blitzschutzanlagen einplanen

Organisatorische Brandschutzmaßnahmen:

Die organisatorischen Maßnahmen erfordern regelmäßige Wiederholungen bzw. Prüfungen auf Aktualität.

  • Ernennung und Schulung eines Brandschutzbeauftragten
  • Erstellung einer Brandschutzordnung
  • Maßnahmen mit örtlicher Feuerwehr abstimmen
  • Erstellung und gut sichtbarer Aushang des Alarmplans (Verhaltensregeln im Brandfall)
  • Erstellung und gut sichtbarer Aushang des Flucht- und Rettungsplans
  • Erstellung eines Feuerwehrplans
  • Erstellung eines Evakuierungsplans
  • Regelmäßige Brandschutzunterweisungen des Personals
  • Regelmäßige Notfallübungen
  • Feuerwehrzufahrten vorsehen und gut kennzeichnen
  • Rettungswege und Notausgänge dürfen nicht durch Möbel o.ä. zugestellt oder verengt werden.
  • Türen innerhalb von Rettungswegen oder Notausgänge dürfen nicht verschlossen werden.
  • Feuer- und Rauchschutztüren dürfen nur mithilfe von zugelassenen Feststellanlagen festgestellt werden (nicht mit Türkeil), um im Brandfall ein Schließen zu gewährleisten.
  • Funktionstüchtigkeit von Sicherheitseinrichtungen muss regelmäßig geprüft werden
  • Abfälle sind mit ausreichendem Sicherheitsabstand zu Gebäuden (mind. 5 m) oder in dafür vorgesehenen feuerbeständigen Räumen zu lagern.

Alle hier aufgeführten Vorkehrungen sind nur ein kleiner Auszug aus dem umfangreichen Maßnahmenkatalog und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.


HINWEIS: Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist die ieQ-systems GmbH & Co. KG
 
Anzeige entfernen